Blatten VS: Nach verheerendem Bergsturz – neue Kantonsstrasse bis 2029 geplant

Gestützt auf das Dekret zu den Naturereignissen im Lötschental hat der Staatsrat einen Verpflichtungskredit über 29.7 Millionen Franken für den Wiederaufbau der Kantonsstrasse zwischen Wiler und Blatten gewährt.

Zudem hat die Regierung beim Grossen Rat einen Verpflichtungskredit über 29 Millionen Franken beantragt, um auch die Strassenverbindungen im Haut Val de Bagnes dauerhaft wiederherzustellen.

Die neue Kantonsstrasse nach Blatten soll Ende 2029 in Betrieb genommen werden. Im Haut Val de Bagnes werden die Bauarbeiten schrittweise erfolgen, zuerst soll bis Ende 2026 die Galerie auf der Strasse Champsec–Lourtier fertiggestellt werden, anschliessend werden die Arbeiten an der Brücke zwischen Lourtier und Sarreyer bis Ende 2027 fortgesetzt. Parallel dazu werden dem Grossen Rat Nachtragskreditanträge über 13.2 Millionen Franken für die Sicherungsarbeiten in den beiden betroffenen Regionen vorgelegt.

Nach dem Bergsturz vom 28. Mai 2025, der einen Grossteil des Dorfes Blatten verschüttete und die Strassenzufahrten stark beschädigte, wird die Erreichbarkeit des Tals derzeit mit provisorischen Mitteln sichergestellt, kann aber vor allem im Winter nicht durchgehend gewährleistet werden.

Um dieses Problem zu beheben, hat der Staatsrat, gestützt auf die ihm vom Dekret zu der Bewältigung der Folgender Naturereignissen im Lötschental erteilte Ausgabenkompetenz bis zu 30 Millionen Franken, einen Verpflichtungskredit von 29.7 Millionen Franken für den Bau einer neuen Kantonsstrasse zwischen Wiler und Blatten beschlossen.

Die Bauarbeiten werden im Frühjahr 2026 beginnen und von Wiler schrittweise in Richtung Blatten erfolgen. Ziel ist es, die neue Kantonsstrasse zwischen Wiler und Blatten spätestens Ende 2029 vollständig in Betrieb zu nehmen.

Der Verpflichtungskredit über 29.7 Millionen Franken gibt den Gesamtrahmen für das Projekt vor und gewährt den vollständigen Bau der neuen Strasse über mehrere Jahre hinweg. Um die ersten Bauetappen ab 2026 zu finanzieren, wird dem Grossen Rat ein Nachtragskredit über 13.2 Millionen Franken vorgelegt. Er setzt sich zusammen aus einem Betrag von 6.1 Millionen Franken für die Strasseninfrastruktur (im Verpflichtungskredit enthalten) und einem Betrag von 7.1 Millionen Franken, der im Verpflichtungskredit nicht enthalten und für Massnahmen gegen die Naturgefahren vorgesehen ist, unter anderem die Wiederherstellung und Sicherung der Gewässer, die Beseitigung von abgelagertem Material und die Errichtung von Schutzbauten zur Sicherung der Siedlungsgebiete und Infrastrukturen.

Der Teil für die Strasseninfrastruktur wird nach dem üblichen Verteilschlüssel von 75 % für den Kanton und 25 % für die Gemeinden finanziert, während die Massnahmen gegen die Naturgefahren zu 95 % (einschliesslich Bundesbeiträgen) vom Kanton übernommen werden und der Restbetrag auf die betroffenen Gemeinden, hauptsächlich Blatten, Wiler und Kippel, entfällt.

Zudem gewährt der Staatsrat einen Verpflichtungskredit über 9.3 Millionen Franken für den Bau einer provisorischen Seilbahn zwischen Wiler und Weissenried. Die Anlage soll Mitte Dezember 2026 für drei Jahre in Betrieb genommen werden.

Haut Val de Bagnes

Im Haut Val de Bagnes haben die Murgänge der Jahre 2024 und 2025 im Bereich des Fregnoley die Infrastruktur schwer beschädigt und die Verkehrsverbindungen unterbrochen, insbesondere zwischen Champsec, Lourtier und Sarreyer sowie in Richtung der weiter talaufwärts gelegenen Gebiete wie Fionnay und Mauvoisin.

Um diese Verbindungen dauerhaft wiederherzustellen, wird der Staatsrat dem Grossen Rat einen Verpflichtungskredit über 29 Millionen Franken vorlegen für den Bau einer neuen, 143 Meter langen Brücke über den Wildbach Fregnoley sowie für die Fertigstellung und Verlängerung der Schutzgalerie an der Kantonsstrasse um 28 Meter. Die Gesamtkosten für diese beiden Bauten belaufen sich auf 14.8 beziehungsweise 14.2 Millionen Franken.

Diese Bauten sollen zum einen die Verbindung zwischen Champsec und Lourtier dank der Schutzgalerie dauerhaft sichern und zum anderen mit der neuen Brücke die direkte Strassenverbindung zwischen Lourtier und Sarreyer wiederstellen, wodurch die Zufahrt zu den Dörfern und Einrichtungen im oberen Talabschnitt gewährleistet wird.

Um über die notwendigen Mittel zu verfügen, damit diese Bauarbeiten bereits 2026 beginnen können, wird dem Grossen Rat ein Nachtragskredit über 23.3 Millionen Franken vorgelegt. Von diesem Betrag werden 17.2 Millionen Franken (im Verpflichtungskredit enthalten) dafür verwendet, die Galerie zwischen Champsec und Lourtier fertigzustellen und zu verlängern, die Strassenanschlüsse anzulegen und mit den ersten Etappen an der Brücke zwischen Lourtier und Sarreyer zu beginnen. Der Restbetrag von 6.1 Millionen Franken (nicht im Verpflichtungskredit enthalten) dient der Finanzierung von Massnahmen gegen die Naturgefahren. Dazu gehören unter anderem der Bau und die Verstärkung von Dämmen, die Instandsetzung und der Ausbau der Gewässer sowie der Schutz von Siedlungsgebieten, insbesondere in Champsec.

Die Arbeiten werden schrittweise ausgeführt, wobei zuerst die Fertigstellung der Galerie bis Ende 2026 geplant ist und dann die Fortführung der Arbeiten an der Brücke zwischen Lourtier und Sarreyer bis Ende 2027.

Der Teil für den Strassenbau wird zu 75 % vom Kanton und zu 25 % von den Gemeinden finanziert, während die Massnahmen gegen die Naturgefahren zu 85 % (einschliesslich Bundesbeiträgen) vom Kanton übernommen werden und der Restbetrag auf die Gemeinde Val de Bagnes entfällt.

Diese unterschiedlichen Projekte sind Teile eines koordinierten Vorgehens, das darauf abzielt, die bereits realisierten dringlichen Massnahmen durch eine Kombination aus langfristigem Wiederaufbau und Sofortmassnahmen dauerhaft zu festigen und so die Sicherheit der Bevölkerung und die Kontinuität des Gebiets zu gewährleisten.

 

Quelle: Kanton Wallis
Bildquelle: Kanton Wallis

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